Lehrerin, Schule, Deutsch als Fremdsprache, Englisch

Meine Brötchenjobs

Annett Allgemein

Als ich angefangen habe, mit meinem Hobby Geld zu verdienen, musste ich ein ganzes Stück professioneller werden. Dabei spielen nicht nur gute Fotos, sondern auch eine gute Vermarktung eine große Rolle. Ich habe viele Stunden in die Recherche gesteckt und bin irgendwann auf den Blog von Pepe und Katja gestoßen. In ihrem  Hochglanz Handmade Blog beschäftigen sich die Mädels mit allen Fragen, die neben der Kreativität auch noch wichtig sind, wenn Verkaufen mit auf der eigenen Liste steht.

Seit einiger Zeit gibt es auf ihrem Blog die Dienstagsfrage und da ich die heutige sehr passend finde, wollte ich euch meine Antwort nicht vorenthalten. Die Mädels fragen diese Woche: Was ist euer Brötchenjob?

Die Frage ist besonders interessant, da sie wahrscheinlich nicht nur mich betrifft. Noch kann ich leider von meinen handgemachten Produkten nicht leben und da jetzt auch noch die Werkstattladeneröffnung ansteht, muss ich natürlich Geld für die Miete verdienen. Am Anfang trägt sich so ein Laden leider nicht von allein.

Wenn ich euch jetzt erzähle, was ich außer dem Handwerklichen noch alles mache, werde ihr bestimmt erstmal große Augen bekommen. Ich habe 2 Studienabschlüsse und eine Ausbildung und arbeite momentan in 4 Berufen UND werkele zu Hause noch an meinem Schmuck. Wie das geht? Ich bin seit 2009 selbständig und konnte mir so meinen Wirkungskreis „aussuchen“. Da ich Routine nicht mag, habe ich meinen Arbeitsalltag so eingerichtet, dass ich alle 4 Jobs machen kann.

Job Nr.1

Mein erstes Studium habe ich als Diplomfachübersetzerin für Englisch und Russisch mit einer Technikspezialisierung abgeschlossen. Heute übersetze ich zwar immer weniger, aber wenn ich doch mal einen Auftrag annehme, dann ist es meist ein russischer Vertrag. Mein schönstes, aber anstrengendstes Projekt war eine Buchübersetzung zum Thema Menschenrechtsverletzungen im Kosovo. Dieses Buch hat mir sehr viel abverlangt.

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Übersetzer und ihr Werkzeug

Mein zweites Studium habe ich im Bereich Deutsche als Fremdsprache abgeschlossen. Heute arbeite ich 2x die Woche im Interdaf Institut in Leipzig und führe ausländische Studenten, die in Deutschland studieren möchten, bis zum B2-Abschluss. Dieser Job macht mir sehr viel Spaß und sichert mir die Miete.

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der Schulflur im Institut

Mein dritter Job knüpft an meinen 2. Job an. Auch hier bin ich als Lehrerin tätig – diesmal allerdings für Senioren. 3-4 Mal im Jahr leite ich einen Medienkurs für Senioren in Dessau. In diesem Kurs lernen die Rentner zuerst einmal, wie ein Computer überhaupt angeht, was eine Maus ist und welchen Unterschied es zwischen der rechten und der linken Maustaste gibt. Das ist gar nicht so einfach, sag ich euch. Am Ende des Kurses können sie dann sogar E-Mails schreiben, im Netz recherchieren, online einkaufen und ihre nächste Reise planen. Dieser Job ist zwar sehr anstrengend, da 12 Rentner in einem Raum schlimmer als eine Kindergartengruppe sind, aber er ist auch unwahrscheinlich schön und es ist toll. Am Schönsten sind die Momente, wo sie wirklich begreifen, was sie da gerade tun und selbständig ohne meine Hilfe die Aufgaben lösen können. Dieser Job bringt mich über die saure-Gurken-Zeit (Sommerloch) und er sichert mir Brot und Butter.

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Impressionen aus dem Medienkurs – Ich war sogar schon in der Zeitung

Job Nr. 4

Mein letztes Standbein – neben dem Werkstattladen – ist ein Job bei der Evangelischen Stadtmission in Halle. Vor Jahren habe ich eine Weiterbildung zur Qualitätsmanagerin gemacht und seit gut 5 Jahren berate ich nun schon die Stadtmission in Halle in diesem Bereich. Dies ist eher ein Bürojob und bietet eine gute Abwechslung zu den anderen aktiven Jobs.

zukünftig

In diesem Jahr werde ich  mindestens 1 Job aufgeben, um mich mehr dem Werkstattladen zu widmen. Welcher das sein wird, steht noch nicht fest. Jedes Jahr soll dann mindestens ein weiterer fallen, bzw. nicht mehr als Brötchenjob herhalten müssen.  Mein Traum ist, dass ich irgendwann vom Laden leben kann, um mit euch ganz viele tolle DIYs zu zaubern. Und wenn ich Lust habe, werde ich sicher auch mal wieder als Lehrerin einspringen. Denn allzu lange ohne Studenten kann ich es auch nicht aushalten…

Selbermachwerkstatt

mein Zukunftstraum: vom Werkstattladen leben können